Was ist der Unterschied zwischen Androloge und Urologe?

Der Urologe ist vielen bekannt, den Begriff Androloge hingegen sieht, hört oder liest man eher selten. Der Grund ist einfach: Es existiert eine Facharztausbildung zum Urologen, die Zusatzbezeichnung Androloge ist hingegen lediglich eine Zusatzausbildung die bestimmten Fachärzten, unter anderen Urologen, offen steht. Aus diesem Grund ist die entsprechende Fachgesellschaft auch noch relativ klein.

Eine klare Abgrenzung der beiden Bereiche ist kaum möglich, die Grenzen sind vielmehr fließend, mit vielen Überschneidungen. So beschäftigt sich der Urologe primär mit den Organen die den Harn produzieren und aus dem Körper ableiten, von der Niere (hier gibt es noch spezielle Nephrologen)  über Harnleiter und Blase bis hin zur Harnröhre. In diesem Bereich betreut der Urologe auch Frauen, obwohl die bei Problemen oft alternativ den Gynäkologen aufsuchen. Der zweite Schwerpunkt liegt im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane, Hoden, Penis und Prostata sowie deren Verbindungen. Er ist auch Ansprechpartner für jede Art von sexuellen Erkrankungen und Geschlechtskrankheiten.

Die Zusatzqualifikation als Androloge deckt Felder ab, die in der Urologie zwar auch eine Rolle spielen, aber kein direkter Schwerpunkt sind, etwa Fruchtbarkeit, Potenz und Störungen in diesen beiden Bereichen.

Bis jetzt verstanden? Es wird noch etwas verwirrender, denn Androloge darf per Weiterbildung auch werden, wer einen Facharzttitel für Dermatologie (Hautarzt) oder Endokrinologie (Spezialist für Hormone und hormonelle Störungen) inne hat.

Fazit: Egal ob Androloge oder Urologe, beide sind Anlaufstellen für typisch männliche Gesundheitsprobleme. Am wichtigsten ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient, bei unklaren Beschwerden ist auch nicht zuletzt der normale Hausarzt ein verlässlicher Ansprechpartner, der bei Bedarf an die entsprechenden Fachärzte überweisen kann.