Brustkrebs beim Mann – Verbreitung und Symptome

Für viele gilt Brustkrebs, das Mammakorzinom, immer noch als reine Frauenerkrankung. Statistisch gesehen ist das verständlich, denn den gut 70000 Neuerkrankungen pro Jahr bei Frauen stehen gerade mal ca. 500 Brustkrebs Diagnosen bei Männern gegenüber. Nicht viel, aber zu viel um das Thema Brustkrebs als Mann zu ignorieren, umso mehr weil die Heilungschancen bei frühzeitiger Erkennung exzellent sind. Die Scham vieler Männer, möglichweise an etwas zu leiden, was in großen Teilen der Bevölkerung als „Frauenkrankheit“ verstanden wird oder als Hypochonder abgestempel zu werden sorgt leider immer noch dafür, daß Brustkrebs beim Mann oft viel zu spät erkannt und behandelt wird.

Die Symptome sind bei Männern nicht anders als bei Frauen:

  • Aus der Brustwarze tritt Flüssigkeit bzw. ein Sekret aus
  • An oder um die Brustwarze bilden sich ohne Verletzung plötzlich kleine Wunden oder Entzündugen, die nicht abheilen wollen
  • Die Brustwarze oder der Warzenhof verändern plötzlich ihre Form und wirken eingedellt oder eingezogen
  • Im Bereich der Brustwarze ist plötzlich eine ungewöhnliche Verhärtung oder ein Knoten tastbar, der sich eindeutig anders anfühlt, als das umliegende Drüsengewebe
  • Im Bereich der Achsel sind plötzlich geschwollene oder verhärtete Lymphknoten tastbar.

Wie auch bei Frauen ist die diskrete Tastuntersuchung die jeder unter der Dusche oder im Bad durchführen kann ideal, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Nicht erschrecken, das Drüsengewebe selbst fühlt sich leicht knubblig an, ist aber gleichmäßig und eher weich. Verhärtungen sind deutlich als Fremdkörper im Gewebe tastbar.

Eine erhöhte Gefährdung als Mann an Brustkrebs zu erkranken läßt sich relativ gut aus der Familienhistorie ablesen, wie bei Frauen gibt es ein sogenanntes Brustkrebs Gen, abgekürzt BRCA (Breast Cancer, englisch für Brustkrebs) das bei Vorhandensein das eigene Risiko vielfach erhöht. Wenn weibliche Verwandte an Brustkrebs erkrankt waren oder das Gen bei ihnen im Rahmen eines Gentests nachgewiesen wurde, ist Vorsicht angesagt.

Der Alterdurchschnitt bei Neuerkrankungen liegt bei Männer erheblich höher als bei Frauen, zwischen dem 65. und 80. Lebensjahr, wobei diese Mittelwerte nicht darüber hinwegtäuschen sollten, daß in seltenen Fällen auf wesentlich jüngere Männer betroffen sind.

Ansprechparter als Arzt ist für Männer der Urologe oder Androloge, der evtl. zu weiteren Untersuchungen an einen anderen Arzt überweist. Das Stadardverfahren zur Diagnose ist eine Ultraschalluntersuchung sowie Röntgen der Brust. Letzteres resultiert bei Männern wegen der geringeren Menge an Brustgewebe und Drüsengewebe oft in nicht optimalen Bildern, die keine 100% genaue Diagnose zulassen, weshalb bei unklarem Befund im Anschluss oft noch ein MRT mit Kontrastmittel und/oder eine Biopsie durchgeführt wird. Beides ist keine große Sache und schafft dafür Klarheit.

Im ersten Stadium erkannt liegt die Überlebensrate auf 5 Jahre gesehen bei hohen 78%. Wenn man das fortgeschrittene durchschnittliche Alter bei der Ersterkrankung mit einkalkuliert ein sehr guter Wert. Im vierten Stadium sinkt diese Rate auf magere 14%, was zeigt, wie gefährlich Brustkrebs ist, wenn er zu spät diagnostiziert wird.