Blasenspiegelung beim Mann – Schmerzhaft? Nein!

Wenn sich z.B. bei Rauchern rote Blutkörperchen im Urin finden, aber auch bei einigen anderen auffälligen Befunden wie Schmerzen beim Wasserlassen ohne infektiöse Ursache, ist zur Sicherheit eine Abklärung per Blasenspiegelung zu empfehlen. Viele Männer haben vor der Untersuchung, viel mehr Angst als der folgenden Diagnose, doch diese Ängste vor und Mythen rund um die Zystoskopie sind allesamt unbegründet.

Der Ablauf ist wesentlich unspektakulärer als gedacht. Wenn kein gleichzeitiger Eingriff geplant ist, findet die Spiegelung ambulant beim Urologen statt. Es gibt keine Narkose, man muß nicht nüchtern sein, es ist keinerlei spezielle Vorbereitung nötig.

Hingehen, hinsetzen, entspannen. Zuerst einmal nimmt man auf einem Stuhl Platz, der ganz entfernt an einen gynäkologischen Stuhl erinnert, man sitzt eher aufrecht mit leicht gespreizten Beinen, recht bequem.

Danach wird ein Gleitgel in die Harnröhre eingeführt, das gleichzeitig lokal betäubt und Eichel und Harnröhreneingang desinfiziert. Natürlich nicht mit einer Nadel! Das einzige was davon zu spüren ist, ist ein anfänglich kühles Gefühl und evtl. darauf folgendes ganz leichtes Brennen, das aber kaum spürbar ist. Von Schmerz kann keine Rede sein.

Das war auch schon der spektakulärste Teil. Nach kurzer Wartezeit wirkt die örtliche Betäubung. Der Urologe führt dann das Zystoskop genannte Untersuchungsgerät ein, das auf Grund seiner Länge etwas einschüchternd wirken mag, nur spürt man im entspannten Zustand davon nichts. Erstaunlich schmal wenn man bedenkt, dass der Urologe dadurch vollen Einblick inklusive Beleuchtung hat. Selbst wer sehr angespannt ist, wird maximal einen Druck bemerken. In der Blase angekommen, wird über das Zystoskop vorsichtig eine Lösung mit sterilem Wasser in die Blase gepumpt, die sich so entfaltet und eine genaue optische Untersuchung des Gewebes ermöglicht. Dieses Füllen der Blase ist nicht spürbar. Die Untersuchung selbst ist, wenn keine Auffälligkeiten entdeckt werden, so schnell vorbei, dass Mann am Ende fast etwas erschreckt auf dem Stuhl sitzt. War es das schon? Dafür die ganze Aufregung?

Am Ende folgt die Bitte, noch in der Praxis die Toilette aufzusuchen. Die meisten werden in diesem Moment nicht das Gefühl haben, urinieren zu müssen, aber das Wasser muss raus und die Blase ist teils lediglich mit der Rückmeldung ans Gehirn etwas träge. Ende, ab nach Hause oder zur Arbeit, man muss sich nicht schonen und darf alles machen.

Risiken und Nebenwirkungen der Untersuchung sind kaum vorhanden. Ein leichtes Brennen, auch beim Wasserlassen, tritt häufig in den ersten Stunden auf. Wie unangenehm dieses Brennen ist, hängt stark vom eigenen Empfinden und dem Geschick des Arztes bei der Untersuchung ab. Selten kommt es zu Infektionen, Narbenbildung in der Harnröhre oder temporärer, spontaner Blasenentleerung, extrem selten zu einem Schaden am Schließmuskel der Blase. Diese Komplikationen sind aus rechtlichen Gründen auf dem Aufklärungsbogen aufgeführt, aber eher ein „negativer Sechser im Lotto“ und sicher nichts, über das man sich vorab Gedanken machen muss, insbesondere wenn keine Vorschäden in der Harnröhre bestehen.

Fazit: Die Blasenspiegelung ist eine einfache, effektive und gleichzeitig fast immer schmerzfreie Untersuchung, die je nach eigenem Empfinden etwas unangenehm sein kann. Wer diese Untersuchung einmal mitgemacht hat, kann über die Horrorvorstellungen vieler Männer beim Anblick eines Zystoskop nur schmunzeln. Wirklich gefährlich wird es aus gesundheitlicher Sicht nur, wenn man aus Angst die Blasenspiegelung absagt oder aufschiebt und so eventuell die rechtzeitige Entdeckung einer Erkrankung verhindert!